betroffene Besitzer

Hier lesen Sie die Berichte von Lundehundbesitzern deren Lundehunde am Lundehund Syndrom verstorben sind.

Wenn ihr auf den Link klick kommt ihr zu dem herzzerreissenden Brief von Gösta und Ann. Link

Das LUNDEHUNDSYNDROM schlägt heftig zu von Cor und Yvonne

 

Es ist Ende November 2008, als wir bemerken, dass Ivar sich nicht wohl in seiner Haut fühlt.

Jede Nahrung, die er zu sich nimmt, gibt er nahezu augenblicklich wieder von sich.

Auch bekommt er heftigen Durchfall, und nicht nur dass, der Durchfall ist wie Wasser.

Für den 02. Dezember 2008 haben wir einen Termin beim Tierarzt gemacht.

Wir bekamen verschiedene Medikamente mit und begaben uns wieder heimwärts.

Nach ein paar Tagen zeigte sich noch keine Besserung, also gingen wir erneut zum Tierarzt.

Wir sollten ihm weiter die Medikamente verabreichen, auch wenn er sie wieder erbrach.

Zwischenzeitlich wurde Ivar immer hinfälliger und hatte ungefähr drei Kilo Gewicht verloren.

Wir wurden dann doch sehr beunruhigt, das machte uns kein gutes Gefühl.

Ich sprach mit meinem Bruder darüber und er gab mir den Rat, einmal mit seinem Tierarzt zu telefonieren.

Wir konnten am selben Mittag noch kommen, dieser Arzt besichtigt Ivar und beginnt ihn zu untersuchen und entnahm noch eine Blutproben, das Blut wurde an ein Labor gesandt.

Am nächsten Mittag erhielt ich einen Anruf von diesem Tierarzt, Ivars Werte sind nicht gut, Ivar hat das LUNDEHUNDSYNDROM .

Alle Blutwerte sind sehr niedrig und wir müssen unverzüglich etwas dagegen tun.

Wegen des Spuckens müssen wir ihn selber spucken lassen, damit er dann das Essen drin behalten kann.

Wenn das nicht gelingt, muss er in eine Klinik aufgenommen werden.

Darüber hinaus erhält er ein besonderes Diät-Futter und bekommt fünf verschiedene Medikamente über den Tag.

Cor und ich bleiben immer in der Nähe und schlafen nachts neben den Hunden, es geht ihm so schlecht, dass wir ihn nicht alleine lassen wollen.

Seitdem gehen wir mit ihm regelmäßig zum Arzt und lassen regelmäßig Blutuntersuchungen machen.

Am heutigen Tag, wir sind jetzt fünf Monate weiter, geht es Ivar schon viel besser, er ist wieder voll da, ist auch wieder fröhlich und spielt mit seinen Quietschetierchen.

Allerdings hat er pro Tag immer noch drei Medikamente nötig.

Ivar ist auf dem richtigen Weg, aber das dauert noch was.

Und dann denkst Du, dass ein wenig Ruhe einkehrt, aber nein !

Genau jetzt ist Tobi auch sehr krank.

Bei Tobi ist es noch in der untersten Entwicklungsstufe, aber das wird noch ein richtiger Kampf.

Derzeit wird Tobi mit PRETNISOLON behandelt und er hat sehr an Gewicht verloren.

Heute waren wir wieder mit Tobi beim Tierarzt, Tobi ist aufgedunsen vor angesammelter Flüssigkeit, die der Körper festhält. Dagegen hat er eine Spritze bekommen und jetzt wird die Flüssigkeit abgeleitet.

Dafür erhält er in den kommenden Tagen noch Tabletten.

Nächste Woche wird ihm wieder eine Blutprobe entnommen, um die Werte zu überprüfen.

Als Tobi zu uns kam, wussten wir, dass er das LUNDEHUNDSYNDROM hat.

Bis vor drei Wochen hat er da noch nicht dran gelitten, und Cor und ich waren eigentlich davon überzeugt., dass es mit Tobi gut gehen würde.

Es ist schlimm, in diesem Moment haben wir zwei Hunde mit dem LUNDEHUNDSYNDROM.

Wie viel kann ein Mensch noch ertragen?

Das wichtigste in diesem Moment ist, dass sich unsere Hunde langsam wieder erholen, aber ich kann kaum erzählen, wie betrübt und angespannt wir sind.

Nichts ist so schlimm, als den eigenen Hund so leiden zu sehen und sich so ohnmächtig zu fühlen.

Und dass ich tatsächlich den vollständigen Tag mit ihrer Versorgung beschäftigt bin.

Was ich dann aber auch gerne mache, wenn sie nur wieder auf die Beine kommen.

Und bin dann auch froh, wenn ich auf der Arbeit alles geregelt bekomme, um dann auch viel frei machen zu können.

Ivar ist Niederländischer Champion, aber was nutzen mir die Urkunde und das Champion-Kreuz, wenn sie mir wegsterben würden!

Ich habe lieber einen gesunden und frohen Hund, der sich in seiner Haut wohl fühlt.

Cor und ich haben dann auch beschlossen, dass wir eine Blutprobe von Ivar, Tobi und Venn nach Deutschland schicken werden.

 

WIR WOLLEN ALLES TUN UM AN EINER LÖSUNG GEGEN DAS LUNDEHUNDSYNDROM MIT ZU WIRKEN

 

Hoffentlich folgen andere unserem Vorbild, dies kann auch mit dem Blut von Euren (gesunden) Hunden geschehen.

 

Das LUNDEHUNDSYNDROM ist eine Krankheit, die sich unbemerkt einschleicht.

Man merkt es erst, wenn sie schon heftig ausgebrochen ist.

Und alleine mit einer Niedrig-Fett-Diät ist man da noch lange nicht von ab.

Mit ein wenig Pech kommen unsere Hunde nie wieder von den Medikamenten weg.

 

Cor und ich haben beschlossen, dass wir nie wieder einen Lundehund haben wollen, wenn sie nicht besser selektiert werden, so dass das Lundehundsyndrom nahezu vollkommen ausgeschlossen ist.

 

Dies muss man diesen Hunden nicht antun wollen.

Es muss unbedingt alles dafür getan werden, um die Chance zu verringern, einen Hund zu bekommen, der das LUNDEHUNDSYNDROM vererben kann.

 

 

 

Die wohl traurigste Lundehundgeschichte der Welt

  • Nysom Andenes

(geb. 30.03.1998 gest. 09.11.2001)

 

 

(geschrieben von Doris Arp)

 

Irgendwann im Sommer ´98 habe ich bei einer Freundin ein Rassehundebuch in die Hand bekommen und wir haben nur so aus Spaß darin herumgeblättert um uns mal nach einem „Mann“ für unsere Carlotta (eine bezaubernde, winzige kleine Pinscher-Mischlingshunde-dame) umzusehen. Hängen geblieben bin ich auf einer Seite mit einem Foto einer Lundehündin. Allein das Wort „Lundehund“ war magisch. Als ich dann noch so einiges über diese Hunde gelesen hatte, wollte ich unbedingt mal so einen Hund sehen und hab angefangen rumzutelefonieren. Ziemlich schnell war klar, dass dies gar nicht so einfach ist hier in Deutschland, und der nette Mann am Telefon vom Club für Nordische Hunde hat mir dann ein paar Telefonnummern aus Dänemark besorgt. Bis dahin war´s nur Neugierde – nun wurde das auch noch richtig spannend. Also bin ich hier in Ingoldstadt in ein Dänisches Möbelge-schäft (weil Dänen sprechen bestimmt dänisch!) und habe dort darum gebeten für mich in Dänemark anzurufen, was diese furchtbar netten Herren auch prompt für mich getan haben. Von den drei Adressen, die ich hatte, hat nur noch eine Frau Lundehunde gezüchtet. Ich landete bei Jytte Nysom. Wir haben telefoniert, ich bekam einen Brief mit Fotos und da war´s um mich geschehen! Wir sind spontan übers Wochenende nach Dänemark gefahren und natürlich mit Hund zurückgekommen. Dabei war das alles wirklich nicht geplant und Andenes war eigentlich reserviert für eine Familie in (ich denke!?) Luxemburg. Alle Papiere waren fertig, er war der letzt aus seinem Wurf, der noch nicht abgeholt war, ja und dann ist er eben „übrig geblieben“ – und genau da rief ich an und vom ersten Moment an – da gab´s wirklich keine Sekunde lang zögern – war das unser Hund. Auf der Heimreise schon hatte ich das Gefühl, er wäre schon immer da gewesen. Und bei uns zu Hause angekommen hat auch Andenes keine Sekunde gezögert so zu tun, als ob alles so wie immer wäre.

Nach nur 3 kurzen Jahren, ich musste mit 3 Kindern und 2 Hunden eine Wohnung bzw. ein Haus suchen, umziehen, Arbeit organisieren usw.) – wurde Andenes sehr krank. Viele Besuche beim Tierarzt, Tierklinik in Nürnberg …. Nichts hat geholfen. Unser Hund wurde immer schwächer, hatte Wassereinlagerungen, konnte am Schluss kaum mehr aufstehen. Schließlich kam ein Anruf aus Nürnberg und mir wurde mitgeteilt, dass man unserem Andenes nicht mehr helfen konnte. Ich habe in dieser Zeit weniger gearbeitet um so viel wie möglich bei meinem Hund zu bleiben und ihn auf seiner letzten Reise begleiten zu können. An einem Freitagmorgen, ich bin an diesem Morgen zur Arbeit gefahren, hatte ich schon so ein seltsames Gefühl, so dass ich, kaum als ich angekommen war, alle Termine abgesagt habe und wieder nach Hause fuhr. Und da lag unser Andenes, mich freundlich mit dem Schwanz wedelnd begrüßend, im Wohnzimmer auf seinem Kissen und es war, als ob er mich zurückgerufen hätte, um mich zu bitten ihm zu helfen. Ich rief unseren Tierarzt an und hab ihn gebeten vorbeizukommen um Andenes einzuschläfern, mit diesem ganz seltsamen, komischen Gefühl im Bach, Andenes Wunsch zu entsprechen. Die Kinder kamen mittags aus der Schule und ich erzählte ihnen, was passiert war und dass unser Tierarzt am Abend nach Feierabend vorbeikommen wollte um Andenes die Fahrt zur Praxis zu ersparen. Es war Wochenende und die Kinder wurden an diesem Nachmittag von ihrem Papa abgeholt. Und so haben sie angefangen sich von Andenes zu verabschieden, mit dem Wissen, ihn nicht mehr wiederzusehen. Natürlich gab es da viele Tränen und große Verzweiflung bei uns allen, aber Andenes war so freundlich und plötzlich so entspannt wie seit Wochen nicht mehr. Er hat sich aufgerappelt, die Kinder angestupst und als Nils an der Reihe war, da stand Andenes auf! Und ging mit Nils in den Garten, hat sich einen Platz zwischen zwei Büschen ausgesucht und dort hingesetzt. Nils kam ganz aufgeregt aus dem Garten und hat mir erzählt, dass Andenes ihm gerade eben gezeigt hat, wo er beerdigt werden möchte. Ich war fassungslos! Seit Tagen musste ich Andenes in den Garten tragen! Die Kinder wurden abgeholt und bis zum Schluss, bis das Auto um die Kurve gefahren ist, STAND Andenes mit mir am Gartenzaun. Kaum waren die Kinder weg, hat er sich hingelegt und ich musste ihn wieder ins Haus tragen. Ca. 2 Stunden später kam unser Tierarzt und er hat Andenes in unserem Wohnzimmer einge-schläfert. Er starb in meinen Armen, ganz ruhig und friedlich und selbst der Arzt konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Trotzdem hatte ich das ganz sichere Gefühl dies alles mit dem Einverständnis von Andenes zu tun. In der gleichen Nacht noch habe ich meinen Hund beerdigt mit den Weggefährten meiner Kinder. Sei haben darauf bestanden, ihm einen Rosenquarz, eine Bussard- und eine Geierfeder mit auf die Reise zu geben, damit die Seele in Frieden davon fliegen, nach Hause fliegen kann.

 

Die nächsten Tage waren furchtbar für uns alle, vor allem Nils benahm sich seltsam. Er stand ein paar Tage später ganz früh am Morgen leicht verwirrt vor mir und hat mir erzählt, dass der arme Andenes noch nicht angekommen ist. Mir war noch nicht ganz klar, was er wohl damit gemeint hat, ich habe versucht ihn zu trösten, aber er bestand darauf, dass Andenes noch nicht an-gekommen ist. Er ist endlich in Norwegen! Und wir müssen unbedingt dorthin, weil er versprochen hat wieder zu kommen. Und Nils würde ihn auch sofort wieder erkennen, wenn er ihn sieht! Also hab ich versucht Nils klar zu machen, dass es vielleicht einen Lundehund geben wird der genauso aussieht wie unser Andenes, aber keiner wird wirklich so sein wie er.

- Nein- Nils war das alles klar- der Hund würde es ihm schon sagen.

 

Darauf hat eine Freundin von uns – ohne unser Wissen – im Internet eine

 „Andenes, den wiedergeborenen Lundehund finden“,

Aktion gestartet. Dies alles geschah kurz vor Weihnachten 2001. Alle die Zuschriften und positiven Reaktionen auf unsere Geschichte waren uns so viel Trost und ich denke mit das Schönste, was meinen Kindern und mir an diesem Weihnachten hat passieren können. Und irgendwann, eines Tages…….

 

Andenes hatte ein Eiweißverlustsyndrom über den Darm und man hatte den starken Verdacht auf eine Lymphandiektasie. Diese jedoch konnte nicht 100% bestätigt werden, weil es dazu noch mehr Untersuchungen gebraucht hätte, ich aber beschlossen hatte Andenes – dem es schon wirklich sehr schlecht ging nach Hause zu holen, da man uns eh keine Chancen mehr auf eine Heilung geben konnte.

 

 

Hallo Nicole,

Hier ein persönlicher Brief von mir an Dich.

Von Yvonne und Cor habe ich die Geschichte von Gösta gehört und unter Tränen habe ich jetzt den letzten Bericht gelesen.

Mittlerweile sind es ja viele Hunde, die am Lundehundsyndrom leiden, ich habe ja auch Erfahrung damit.

Bei Lofar war das zunächst alles noch erklärbar: als er 6 Wochen alt war, hatte er sich zwei Mittelfußknochen gebrochen, deshalb kam er erst mit 16 Wochen zu uns.

Und er schien auch eine Glutenintoleranz zu haben, eben genug Gründe für das Ausbrechen dieser zerstörerischen Krankheit. Glücklicherweise ist es wegen einer streng glutenfreien Ernährung gut abgelaufen.

Jetzt denke ich vollkommen anders über das Lundehundsyndrom.

Mit dem Zusammentreffen unglücklicher Umstände kann man die Krankheit nicht ständig erklären wollen.

Toby, Egon, Thor und Gösta sind gestorben, glücklicherweise geht es Ivar ein bisschen besser.

Freude und Vergnügen, die man mit seinem Hund erleben möchte, verwandeln sich in Angst und Entsetzen.

Und wenn ein Hund sich wieder ein wenig erholt hat, dann bleiben doch für sein Frauchen Angst und Sorgen ständige Begleiter.

Der Lundehund ist so ein prächtiger Hund mit einem wesensfesten Charakter.

Meine große Hoffnung ist es, dass die nachfolgende Generation GESUNDE Hunde sein sollten.

Also….

Nicole, ein Dankeschön für Deine Ehrlichkeit und dass Du auf Deiner Site die Frauchen und Herrchen der verstorbenen Hunde bekannt machst.

Das Lundehundsyndrom ist existent und es ist wichtig, dass jeder davor gewarnt wird.

Güsse

Gerda Cloosterman

 

 

Liebe Leute,
Gestern ist auch unsere Laila am Lundehundsyndrom versorben.
Wir haben uns nahezu zwei Monate lang intensiv um sie gekümmert, mussten aber letztlich machtlos dabei zusehen, wie sie mehr und mehr abbaute.
Alle Sorten an Medikamenten bis hin zu Valium, nichts konnte helfen.
Wir dachten, dass wir schon aufatmen könnten, sie schien auch nicht wirklich krank zu sein, sie wog 6,5 Kilo als wir mit der behandlung begannen...gestern wog sie nur noch 4 Kilo....
Sie vermisste so sehr ihren großen Freund Egon, der zwei Monate zuvor an derselben hinterlistigen Krankheit verstorben war.
Meiner Meinung nach konnte sie diese Krankheit ohne ihn nicht überwinden, ihre Lebensfreude war zerbrochen.
Egon wurde 7 Jahre alt ( Nr. 5 in den Niederlanden ), und Leila wurde 5 Jahre alt ( Ne. 23 in den Niederlanden ).
Ich möchte jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, sich einen Lundehund anzuschaffen, davor (vor dem Lundehundsyndrom) warnen, aber vor allem einen jeden, der schon einen hat!
Lassen Sie sich gut über die ersten Anzeichen informieren, schauen Sie, dass sie immer auf dem neuesten Stand hinsichtlich der besten Ernährung sind, lassen Sie die Eiweißwerte jährlich überprüfen und führen Sie Ihren Hund sogleich dem Tierarzt vor, sobald sich sein Fressverhalten verschlechtert, Fressen erbricht oder Durchfall hat.
Hoffentlich können Sie den Hund damit retten.
Meine persönliche Meinung ist und ich glaube, da ein Recht drauf zu haben, nachdem ich meine Hunde auf eine so abscheuliche Weise habe leiden sehen, dass mit dem Lundehund nicht weiter gezüchtet werden darf, bis da mehr drüber bekannt geworden ist über die Anzahl der Hunde, die die Krankheit bekommen bzw. haben und mehr über die Vererblichkeit der Krankheit bekannt ist, die hier eine Rolle spielt.
Wir können dies doch den Hunden und ihren Frauchen und Herrchen nicht antun!
Mit schlimmen Gefühlen im Bauch
Marion, Hannah und Elena
 

 

Ich möchte von der schweren Zeit erzählen als mein Heiko am Lundehundsyndrom erkrankte.

Aufgewachsen bin ich in Deutschland und vor ca. 24 Jahren nach Amerika ausgewandert.
In einem Werbespot gegen Flöhe habe ich das erste Mal einen Lundehund gesehen. Diese Rasse war mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt.
Bei der Suche nach einem Lundehund hatte ich wahnsinniges Glück, denn ich habe ganz schnell eine nette Familie gefunden die gerade Lundehundwelpen hatte.

Heiko war zehn Wochen alt und es war Liebe auf den ersten Blick.

Die Züchterin gab mir noch eine Mappe mit vielen Papieren über das Lundehundsyndrom mit. Ich hatte bis dahin noch nie von dieser Krankheit gehört. Selbstverständlich las ich mir diese Unterlagen sorgfältig durch. Folgendes stand in diesen Unterlagen: „Viele Lundehunde tragen diese Krankheit in sich, aber es kommt bei wenigen zum Ausbruch!“

Mein kleiner Heiko wuchs heran und ich fütterte ihm das Futter, welches man mir empfohlen hatte.

Als Heiko anderthalb Jahre alt war, änderte sich unser Leben von einem auf dem anderen Tag.
Heiko war immer voller Energie und wollte ständig spielen und mit mir spazieren gehen.
Alle routinemäßigen Tierarztbesuche verliefen ohne Befund bis zu diesem einen Tag.
Heiko wollte nicht mehr spielen oder spazieren gehen, er wollte einfach nur noch schlafen. Später am Nachmittag fingen seine Füße an zu zittern. Ich hatte so ein merkwürdiges Gefühl, dass es meinem Kleinen nicht gut ging. Abends fing er dann an zu erbrechen und bekam heftigen Durchfall.
Ich konnte ihn zu nichts bewegen, er ging immer raus in den Garten und es war bitter kalt. Er legte sich unter einen Busch und ich hatte das Gefühl er wollte dort sterben.

Ich werde niemals seine traurigen Augen vergessen.

Sofort nahm ich meinen Heiko und wir fuhren zum Tierarzt. Auf dem Weg zum Tierarzt rief ich diesen an und erzählte ihm, was passiert ist.
Als wir in der Tierklinik angekommen waren wurde Heiko sofort nach der Untersuchung intravenös mit Medikamenten versorgt.

Der Tierarzt sagte mir, dass ich einen schwer kranken Hund habe und er erst einmal in der Klinik bleiben müsse um herauszufinden was mein Kleiner denn nun hat.

Heiko und ich waren immer zusammen und so war der Abschied umso schwerer für uns beide. Ich ließ meinen Heiko schweren Herzens zurück in der Klinik, mir blieb keine andere Wahl.
Natürlich machte ich die ganze Nacht kein Auge zu und dachte immer an meinen Heiko und so konnte ich es gar nicht abwarten am nächsten Morgen in die Klinik zu fahren um die Diagnose zu hören.

Der behandelnde Tierarzt kam ins Sprechzimmer und erklärte mir, dass Heiko das Lundehundsyndrom habe und seine Überlebungschance bei ca. 10% liegen würde. Sein Proteinlevel war unter 1,8% und er hatte überall Wassereinlagerungen, ebenso funktionierten sein Lymphsystem und seine Verdauungsorgane nicht mehr.
Heiko war immer noch an der Infusion angeschlossen, worüber er Medikamente und Nahrung erhalten hatte.
Ich hatte das Gefühl, dass unsere Trennung alles noch viel schlimmer machte.
Sofort nahm ich mir meinen ganzen Jahresurlaub und zusätzlich noch unbezahlten Urlaub um bei meinem Heiko in der Klinik zu sein, so oft ich nur durfte.
Nach ca. zwei Wochen machten die Venen nicht mehr mit und so konnte mein Kleiner nicht mehr mit den nötigen Medikamenten und der Nahrung versorgt werden.

Den Anruf des Tierarztes in der Nacht werde ich nie vergessen. Der Tierarzt teilte mir mit, dass mein Heiko sterben wird, wenn ich ihn nicht in die ICU bringen würde. Hier wußte man nicht mehr weiter.
Sofort fuhr ich in die Tierklinik und nahm meinen Heiko in den Arm. Der Arme war inzwischen total abgemagert, aber er freute sich wie immer mich zu sehen und gab mir sogar noch ein Küsschen.
Die Ärzte hatten bereits alle Papiere vorbereitet und so fuhren wir die 1,5 Stunden zur ICU nach Seattle.
Al s wir dort ankamen war schon alles vorbereitet und Heiko kam sofort in den Ultraschall, Röntgen und MRI.
An der Rezeption musste ich erst einmal 1000$ zahlen damit man uns bei der ICU behandeln würde. Im Anschluss an den Untersuchungen kam der behandelnde Arzt zu mir und schlug mir die Behandlung vor. Heiko benötigte dringend eine Bluttransfusion um überhaupt zu überleben. Man hatte zusätzlich festgestellt, dass sich in Heikos Darm ein 3cm langer Gegenstand befand der dringend heraus musste. Heiko hatte die Infusion herausgerissen und etwas vom Infusionsschlauch eingefressen. Die Klinik wollte weitere 9000$ Bargeld bevor sie mit der Behandlung anfangen würde.
In diesem Moment war die Welt für mich zusammengebrochen. Ich fühlte mich genauso schlecht wie Heiko und Heiko war immer mein Glück, mein Sonnenschein.
Ich fing an zu weinen und konnte mich nicht mehr beruhigen. Heiko wollte ich auf keinen Fall verlieren, er ist doch mein bester Freund und er ist doch erst so jung.
Die Ärztin hatte Mitleid mit mir und sagte dann, dass mein Tierarzt diese Behandlung übernehmen könnte. Sie sagte zu mir, dass sie mit meinen Tierarzt zusammenarbeitete würde und rief sogleich bei ihm an und schickte ihm alle nötigen Unterlagen. Vielleicht könnte man die Kosten bei meinem Tierarzt reduzieren, weil Heiko seit drei Wochen dort in Behandlung war.
Beide Tierärzte besprachen die Behandlung und ich fuhr mit Heiko auf dem Schoß zurück zu unserer Tierklinik.
Als erstes bekam er die nötige Bluttransfusion, die er „Gott sei Dank“ gut vertragen hatte und nun endlich sein Protein auf 2,5% gestiegen war.
Ich war die ganze Zeit bei ihm so oft ich durfte und habe ihn getröstet. Dabei habe ich ihn im Arm gehalten, zuerst mit dann ohne Infusionsschläuche.
Durch die längere Infusion hatte er eine Infektion an seinem Beinchen gekommen und beinahe musste durch diese Infektion sein Bein amputiert werden.
Als die Venen in den Beinen ganz zerstochen waren, wollte man die Infusion in den Hals legen.

Nun waren über vier Wochen vergangen, als ich Heiko in der Nacht in die Tierklinik gebracht hatte und er hier in einer Tierarztbox bleiben musste. Ich fragte, ob wir nicht endlich einmal nach draußen gehen durften. Was sollte passieren? Was hatten wir zu verlieren?

Heiko und ich gingen ein paar Schritte bis zu einem großen Stein, wo wie uns hinsetzten. Wir schauten uns an und ich hatte das Gefühl, dass Heiko zu mir sagte: „Nimm mich mit nach Hause“.
Wir bekamen alle Medikamente mit nach Hause und so begann eine lange Zeit bis er einigermaßen wieder auf den Beinen war. Lange Nächte wo ich neben ihm wachte, ihn in meinen Armen hielt. Lange Tage, ich habe sogar neben ihm gekniet und Hundefutter gegessen. Nur damit er endlich wieder anfängt zu essen.
Ich bin mir sicher, es war auch für ihn wichtig wieder bei mir zu sein.
Wir genießen jede Tag, jede Stunde und jede Minute miteinander.

Ich weiß, dass ich nicht alleine bin. Währen Heikos Krankheit habe ich viele Menschen getroffen, dessen Hunde das gleiche Schicksal haben wie Heiko. Und ich höre so oft von Hunden die sehr früh am Lundehundsyndrom erkranken und versterben.

Als ich mit Heiko bei einem Lundehundtreffen war, waren 25 Lundehunde anwesend. Nur drei der 25 Hunde waren gesund. Ich konnte es nicht glauben.

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass endlich etwas unternommen wird, dass diese wunderschöne Rasse und ihre Besitzer nicht mehr leiden müssen. Es darf nicht sein, dass aus kommerziellen Gründen diese Hunde gezüchtet werden.

Vor zwei Wochen kam der kleine Björn in unsere Familie. Björns Züchterin ist eine Tierärztin und ich hoffe, dass sie eine verantwortungsvolle Verpaarung ausgesucht hat.